Das Fusion-Retreat: Die Fünf Seelenanteile und die Kunst der inneren Alchemie
Die Fünf Seelenanteile und die Kunst der inneren Alchemie
Die Zeit um das chinesische Neujahr eignet sich traditionell hervorragend für ein bewusstes Innehalten. Es ist die perfekte Phase, um den Übergang vom Alten zum Neuen zu begehen und sich innerlich neu auszurichten. Ein taoistisches Qigong- und Meditations-Retreat bietet hier eine wunderbare Möglichkeit, um tief mit uns selbst in Kontakt zu kommen. Denn die fünf Elemente aus der taoistischen Lehre repräsentieren weit mehr als nur Naturkräfte: Sie stehen für fünf Seelenanteile in uns, die unsere gesamte Persönlichkeit ausmachen.
Vor mehr als 20 Jahren nahm ich selbst an meinem ersten Fusions-Retreat teil. Ganz schlicht nannte es sich Fusion 1–3. Damals war ich mit der Basispraxis aus dem Universal Healing Tao© nach Mantak Chia© bereits vertraut, aber ich hatte nicht wirklich eine Ahnung, was mich erwarten würde. Dieses Retreat mit der ersten echten Alchemiepraxis wurde für mich zu einem persönlichen Meilenstein.
Qi aufnehmen und die Lebenskraft stärken
Das System des Universal Healing Tao© beschäftigt sich intensiv auf allen Übungsstufen damit, das Qi aus Himmel und Erde aufzunehmen und in uns zu verfeinern. Wir selbst stellen die Essenz dar, die zwischen Himmel und Erde fließt. Wenn wir uns mit diesen archaischen Kräften verbinden, wird unsere Lebenskraft gestärkt und ausgerichtet. Wir sind im buchstäblichen Sinne „angebunden“ an die führenden Kräfte des Kosmos und finden somit unseren ganz eigenen Weg auf der Erde.
In diesem Leben sind wir auf der Erde inkarniert und folgen damit unserer irdischen Bestimmung – ein Leben lang. Wie einfach oder schwer sich das anfühlt, ist sehr persönlich und hängt stark von unserem Bewusstsein ab. Letztendlich passieren in jedem Leben schmerzhafte Erlebnisse, die uns wütend machen, verzweifeln lassen, uns aus unserer Mitte werfen oder zutiefst verletzen.
Nicht immer sind wir bereit, uns diesem Schmerz voll und ganz zur Verfügung zu stellen. Die Folge sind energetische Stagnationen und Blockaden. Meist führt uns erst eine Krankheit oder eine Lebenskrise tiefer auf den Weg zu uns selbst – wenn wir dafür offen sind.
In der inneren Alchemiepraxis gehen wir einen großen Schritt weiter. Es geht nicht mehr nur darum, das Qi im Körper zu spüren, sondern in einen echten Transformationsprozess zu gehen. Energie, die wir normalerweise weghaben wollen – wie Wut, Trauer, Zorn, Verletzung oder Angst –, wird in uns in positive, nährende Lebenskraft umgewandelt. Die fünf Seelenanteile Hun, Po, Shen, Zhi und Yi wohnen in unseren fünf Yin-Organen und repräsentieren diese verschiedenen Stärken und Schwächen.
Die fünf Seelenanteile: Der Weg zum Wahren Selbst
1. Die Po-Seele (Körperseele) – Das Metallelement in der Lunge
Unser Leben beginnt mit dem allerersten Atemzug und der Inkarnation der Po-Seele in unserer Lunge. Sie schenkt uns den Lebensmut und die Kraft, die Dinge im Alltag immer wieder anzupacken. Gleichzeitig speichert sie aber auch unsere Trauer. In depressiven Phasen verlässt uns oft dieser Lebensmut der Po-Seele; wir geraten in eine Stagnation und haben wenig Kraft, dem Leben zu begegnen.
2. Die Zhi-Seele (Lebenswille) – Das Wasserelement in den Nieren
Unsere vitale Lebensenergie (die Essenz, die uns von den Ahnen geschenkt wurde) ist in den Nieren gespeichert. Laut taoistischer Lehre verlassen wir unseren physischen Körper, wenn dieses Nieren-Qi aufgebraucht ist. Die Nieren sind der Wohnsitz der Zhi-Seele, unseres tiefen Lebenswillens. Sie speichern unser Urvertrauen, im negativen Fall aber auch unsere Ängste und Traumata. Nehmen die Ängste überhand, schwächt dies automatisch unseren Lebenswillen. Wir werden vorsichtig, erstarren und frieren energetisch ein.
3. Die Hun-Seele (Wanderseele) – Das Holzelement in der Leber
In unserer Leber wohnt die Hun-Seele, welche unsere ungezähmte Lebenskraft repräsentiert. In asiatischen Kulturen wird diese Kraft oft durch mächtige Drachen dargestellt, die den Tempeleingang flankieren. In der Hun-Seele begegnet uns unsere innere Wildheit. So werden Wut, Zorn und Ärger in der Leber gespeichert (die berühmte Laus, die uns über die Leber läuft). Auf der Lichtseite birgt sie den Wunsch, uns kreativ auszudrücken und uns mit allen Facetten der Welt zu zeigen. Ist die Hun-Seele in Harmonie, breitet sich tiefe Dankbarkeit in uns aus.
4. Die Shen-Seele (Der Geist) – Das Feuerelement im Herzen
Im Herzen wohnt die Shen-Seele. Hier begegnen wir unserer inneren Kaiserin oder unserem inneren Kaiser. Die höchste und feinste Frequenz ist hier beheimatet: die Liebe. Da es so viele Ebenen von Liebe gibt (konditionierte, unkonditionierte, Selbstliebe), ist dies auch die anspruchsvollste Energie, bei der wir uns oft verlieren oder verletzen. Neben der Liebe speichert das Herz leider auch erlittene Kränkungen. Oft fühlt es sich sicherer an, das Herz zum Schutz zu verschließen. Das innere Feuer im Herzen hält jedoch die Sehnsucht nach echter Verbindung aufrecht.
5. Die Yi-Seele (Die Mitte) – Das Erdelement in Milz und Magen
Die Yi-Seele repräsentiert unsere innere Mitte und unsere Erdung. Nur wenn wir in unserer Mitte ruhen, können wir weise agieren. Die Yi-Seele birgt unsere Intentionskraft (Absicht). Mit einer ausgerichteten Intention können wir Projekte erfolgreich auf die Welt bringen. Sind wir ungeerdet, verfallen wir in ständiges Grübeln und Sorgenmachen, was uns handlungsunfähig macht.
Transformation der emotionalen Vergangenheit
In der Fusionsmeditation gehen wir in einen intensiven Reinigungs- und Transformationsprozess dieser Emotionen. Damit können wir unsere emotionale Vergangenheit heilen. Denn ungelöste emotionale Prozesse kreieren feste Muster und Glaubenssätze, die uns in einem erschöpfenden Kreislauf von Wiederholungen gefangen halten.
Die Praxis der Fusion gibt uns ein konkretes, praktisches Werkzeug an die Hand, um Altes wirklich loszulassen und zu transformieren. Die transformierten Energien werden dabei in einer energetischen „Perle“ verdichtet. Mit dieser hochfrequenten Essenz öffnen und erwecken wir die Acht Außerordentlichen Gefäße.
Diese tiefen inneren Gefäße bildeten sich bereits im Mutterleib während der Zellteilung und regulierten die Energieversorgung des Embryos. Mit der Geburt tritt das Qi zwar an die Oberfläche in die zwölf Hauptmeridiane, dennoch fließt das Ursprungs-Qi in diesen acht inneren Gefäßen weiter. Sie dienen als Empfänger und Verteiler von universellem Qi für all unsere Organe und Drüsen.
Energetische Abgrenzung im Alltag
Je stärker und gefestigter wir durch diese Praxis innerlich werden, desto klarer können wir uns auch nach außen abgrenzen. Wenn unsere Aura und unser Energiekörper stark sind, sind wir im Alltag spürbar weniger empfänglich für energetische oder emotionale Übergriffe von außen. Wir stehen bestimmten negativen Frequenzen schlichtweg nicht mehr als Resonanzboden zur Verfügung, sondern stehen uns selbst voll und ganz zur Verfügung.
Durch die gesamte Praxis der Fusion 1, 2 und 3 kontinuierlich in einem fünftägigen Retreat zu gehen, ist eine zutiefst stärkende Erfahrung. Die intensive Konzentration lässt uns tief eintauchen und fokussiert bleiben. Ein Retreat ist eine besondere Zeit, ein kostbares Geschenk, das man sich selbst macht.
Begleitet wird die Meditationspraxis durch bewegtes Qigong, um die inneren Prozesse auch körperlich zu integrieren.
Über Healing Tao Berlin
Praxis und Studio für ganzheitliche Gesundheit, Qigong und innere Alchemie in Berlin-Schöneberg. Als Senior Instructor begleite ich dich auf dem Weg zu deiner eigenen Intuition und deinem Wahren Selbst.
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